Die Bestuhlung entscheidet über das Format, nicht umgekehrt. Wer eine Schulung in U-Form aufbaut, verliert die Hälfte der Plätze. Wer eine Vorstandssitzung in Stuhlreihen setzt, bekommt keine Diskussion zustande.

Vier Varianten decken praktisch jedes Tagungsformat ab. Hier ist, welche wozu passt und wie viele Teilnehmende real hineingehen.

Parlamentarisch: die Arbeitsvariante

Reihen mit Tischen, alle zur Bühne ausgerichtet. Jeder hat Arbeitsfläche für Unterlagen und Laptop.

Passend für: Schulungen, Seminare mit Mitschrift, ganztägige Formate, Konferenzen mit wechselnden Vortragenden.

Kapazität: Raum 1 36, Raum 2 72, Raum 3 40 Personen. Alle drei zusammen 148.

Das ist die Standardvariante für alles, was länger als zwei Stunden dauert. Der Grund ist banal: Menschen brauchen eine Ablage.

U-Form: die Diskussionsvariante

Tische im offenen Rechteck, alle sehen einander. Die Moderation steht in der Öffnung.

Passend für: Workshops, Strategierunden, Trainings mit Beteiligung, Gremiensitzungen bis mittlere Größe.

Kapazität: Raum 1 28, Raum 2 48, Raum 3 34 Personen. Zusammen 110.

U-Form ist die flächenintensivste Variante überhaupt. Sie kostet gegenüber der parlamentarischen Aufstellung rund ein Viertel der Plätze. Das ist kein Nachteil, sondern der Preis für Blickkontakt: Ab etwa 30 Personen bricht die Diskussion ohnehin in Nebengespräche auseinander, egal wie man bestuhlt.

Block: die Sitzungsvariante

Geschlossenes Rechteck oder Oval, alle an einem Tisch. Keine Öffnung, keine Bühne.

Passend für: Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen, Verhandlungen, Beiratsrunden.

Kapazität: Raum 1 36, Raum 2 64, Raum 3 44 Personen. Zusammen 144.

Der Block trägt mehr als die U-Form, weil die Öffnung entfällt. Er eignet sich aber nicht für Präsentationen, weil ein Teil der Runde mit dem Rücken zur Leinwand sitzt.

Stuhlreihen: die Vortragsvariante

Nur Stühle, keine Tische. Maximale Dichte.

Passend für: Vorträge, Produktpräsentationen, Mitgliederversammlungen, Preisverleihungen.

Kapazität: 194 Personen über alle drei Räume, die höchste Zahl aller bestuhlten Varianten.

Als Rechengrundlage für die Reihenlänge dient die Sitzbreite der vorhandenen Stühle von 0,35 Metern. Ohne Tische bleibt allerdings keine Ablage, weshalb Stuhlreihen für Formate über zwei Stunden ungeeignet sind.

Die Wahl in einem Satz

FormatVarianteGesamtkapazität
Vortrag, PräsentationStuhlreihen194
Schulung, SeminarParlamentarisch148
Sitzung, VerhandlungBlock144
Workshop, StrategierundeU-Form110

Zwei Dinge, die vorher geklärt sein müssen

Raumhöhe bei Projektion. Raum 2 und Raum 3 haben 3,47 Meter Deckenhöhe, Raum 1 nur 2,83 Meter. Bei einer großen Projektionsfläche und tief gestaffelten Reihen macht das einen sichtbaren Unterschied, weil die hinteren Reihen sonst über Köpfe hinwegschauen müssen.

Bestuhlungs- und Rettungswegplan. Wer ihn erstellt und mit wem er abgestimmt wird, regelt der Mietvertrag. Dazu liegen keine veröffentlichten Angaben vor, und es ist auch nicht dokumentiert, ob die genannten Kapazitätswerte die Fläche der festen Bühne und die Rettungswege bereits berücksichtigen. Beides gehört in die Anfrage, bevor der Aufbau final geplant wird.

Zum Thema

Wie viel Fläche jede Variante pro Person verbraucht, steht in den Flächenkennzahlen. Den Unterschied zwischen U-Form und Block vertieft die FAQ dazu. Der komplette Ablauf einer Firmenveranstaltung steht im Leitfaden, die Technikfragen in der Checkliste zur Tagungstechnik. Wer über ein hybrides Format nachdenkt, findet die Abwägung im Vergleich Präsenz oder Hybrid.

Die Räume selbst zeigt der Abschnitt Kapazitäten.

Weitere Fachbeiträge in der Blog-Übersicht.

Quellen

  • Bestuhlungsmatrix, Raumflächen und Deckenhöhen: Factsheet MEET Braunschweig, Braunschweig Stadtmarketing GmbH, abgerufen am 25.08.2026
  • Sitzbreite der Stühle und Ausstattungsliste: events-braunschweig.de, abgerufen am 25.08.2026

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